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Einführung in das Thema

Umgang mit traumatisierten Geflüchteten 

Trigger-Warnung bei Recherche über die benannten Aspekte dieses Thema. 

Kurzzusammenfassung

Viele Menschen, die vor Hunger, Krieg, Tod oder anderen lebens- und existenzbedrohenden Ereignissen fliehen mussten, sind durch das, was sie vor, während oder nach ihrer Flucht erleben mussten, schwer traumatisiert. Dennoch wird ihre schwierige Situation kaum wahrgenommen und häufig werden die Traumata durch problematische Zustände in Geflüchteten-Unterkünften, durch harte Abschiebepolitik oder soziale Spannungen noch verstärkt. Besonders hart trifft es geflüchtete Kinder, denen es an vorausgehenden positiven Ressourcen und der nötigen Resilienz fehlt, um mit das Erlebte zu verarbeiten. Durch die Covid-19 Pandemie und die damit einhergehende enorme Verunsicherung haben sich viele dieser Probleme verstärkt, während gleichzeitig die internationale Aufmerksamkeit so durch die Pandemie absorbiert wurde, dass das Bewusstsein für die problematischen Lebensumstände von Geflüchteten aus dem Blick geraten ist. Es ist daher höchste Zeit, dass die Internationale Organisation für Migration (IOM) sich mit diesem Thema beschäftigt und Maßnahmen beschließt, durch die traumatisierte Geflüchtete ihre Erfahrungen verarbeiten und eine Retraumatisierung verhindert werden kann. 

Einleitung

Mindestens einer von drei geflüchteten Menschen gilt nach einer Studie der Leopoldina als psychisch stark belastet. Sowohl vor, während als auch nach ihrer Flucht müssen Flüchtende und Geflüchtete häufig traumatische Erfahrungen machen. Die Folgen davon drücken sich nicht nur seelisch, beispielsweise in Form von Depressionen, sondern auch körperlich in Form von Schlafstörungen, Konzentrationsproblemen und einem Gefühl des Bedrohtseins aus. Viele Menschen mit Fluchterfahrung leiden oft auch Jahre nach der Flucht noch unter ihren Erlebnissen und Erinnerungen, unter dem Verlust der Heimat und dem Gefühl der Trennung von Freunden und Familienangehörigen. Diese Menschen brauchen psychische Hilfe, welche sie aber nur in seltenen Fällen bekommen. Im Gegenteil: mitunter befinden sie sich auch nach der Flucht in prekären und problematischen Lebenssituationen, die Erinnerungen an vergangene Traumata erneut wachrufen und zu einer Retraumatisierung führen können.  

Hintergrund und Grundsätzliches

Definition Trauma: Der Begriff Trauma leitet sich von dem griechischen Wort für ‚Wunde‘ ab und bezeichnet in der Psychologie eine seelische Verletzung, die zurückgeht auf ein belastendes Ereignis oder eine Situation, welche von der betroffenen Person nicht bewältigt oder verarbeitet werden kann. Auslöser für ein Trauma können Unfälle, Erkrankungen und Naturkatastrophen sein, ebenso aber auch Erfahrungen von psychischer oder physischer Gewalt oder schwere Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen. Ereignisse, die als traumatisch erlebt wurden, können eine tiefe seelische Erschütterung und in der Folge eine Überforderung des biologischen Stresssystems verursachen. So kommt es, dass sich ein Trauma nicht nur auf die Psyche auswirkt, sondern mitunter auch körperliche Reaktionen hervorruft. Die Überflutung des Gehirns im Rahmen einer überwältigenden Stressreaktion behindert die angemessene Verarbeitung des Erlebten mit der Folge, dass die Betroffenen die gemachte Erfahrung nicht wie gewohnt in den Erlebnisschatz integrieren und dann wieder Abstand davon gewinnen kann. Dieser Umstand führt dazu, dass der Organismus auf einem erhöhten Stressniveau verharrt und charakteristische Folgebeschwerden entwickelt.

Trauma und Flucht: Nach der Diplom-Psychologin Jenny Baron, die bei der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e.V. (BafF) in Berlin arbeitet, ist ein Trauma: „immer eine Konfrontation mit dem Extremen: Es erschüttert unsere Grundüberzeugungen, unsere Sicht auf die Welt als prinzipiell sicheren Ort, auf andere Menschen als grundsätzlich vertrauenswürdig und auf die Zukunft als im Großen und Ganzen sinnvoll und Lebenswert.“
Migrant*innen und Geflüchtete werden oft mit einer ganzen Reihe von Problemen und Stressoren konfrontiert, die inverschiedenen Phasen des Migrationsprozesses auftreten. 

Vor der Migration/Flucht: Bereits vor der Migration machen diese Menschen häufig traumatische Erfahrungen in ihrem Herkunftsland: Erfahrungen von Kriegen und gewaltsamen Konflikten, psychischer und Körperlicher Gewalt, staatlicher Unterdrückung und Verfolgung. Diese können schwerwiegende Folgen auf die mentale Gesundheit haben. Aber auch ein Leben in extremer Armut kann psychische Auswirkungen haben.  

Während der Migration/Flucht: Während der Flucht kann es ebenfalls zu traumatischen Erfahrungen kommen. Unsicherheit und Angst begleiten Menschen, die sich illegal auf den Weg in ein anderes Land machen. Viele haben für diese Reise all ihr Geld zusammengetragen und sich damit gleichsam den Rückweg versperrt. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit dem Leben bezahlen müssen. So erfroren im Winter 2021 beispielsweise mehrere Männer aus Ländern des Mittleren Ostens an der polnischen Grenze, die über die sogenannte „Belaraus-Route“ auf dem Weg nach Deutschland waren.  Zwischen 2014 und Januar 2022 ertranken über 23.000 Menschen im Mittelmeer, bei dem Versuch, über den Seeweg nach Europa zu fliehen.

Nach der Migration/Flucht: Aber auch nach der Flucht kann es zu traumatischen Erlebnissen aufgrund von prekären und schwierigen Lebenssituationen kommen. In überfüllten Auffanglagern kann sich das Leben wie eine Warteschleife anfühlen. Menschen werden von ihren Familienmitgliedern getrennt und über die eigene Zukunft und Möglichkeiten auf Asyl, Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis lange im Unklaren gelassen. In einigen Fällen drohen ihnen Haftstrafen aufgrund von illegaler Migration. Hinzu kommen für viele Geflüchtete ein erschwerter Zugang zur Gesundheitsversorgung oder zu Waren und Dienstleistungen zur Deckung der eigenen Grundbedürfnisse. Ein Beispiel für die katastrophalen Lebensbedingungen, in denen sich Menschen nach einer Flucht befanden, war das Flüchtlingslager Moria, das im September 2020 niederbrannte. Es war ursprünglich für 2.800 Menschen konzipiert, zeitweise lebten dort jedoch über 20.000. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Energie war dort ebenso wenig sichergestellt, wie die Abfallentsorgung. „Die Menschen leben in Matsch und Müll“, sagte ein Menschenrechtsaktivist über die Zustände in Moria. 

Nach der Niederlassung in einem Zielland: Auch wenn die Niederlassung in einem Zielland gelingt und den Menschen Asyl gewährt oder eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird, können weitere Stressoren auftreten. Beispielsweise durch menschenunwürdige Lebens- und Arbeitsbedingungen, durch Arbeitslosigkeit und Herausforderungen aufgrund kultureller, religiöser und identitärer Unterschiede. Auch Erfahrungen von Rassismus und Ausgrenzung sowie Spannungen zwischen der heimischen Bevölkerungen und den eingewanderten Menschen können Ängste hervorrufen. Ebenso Isolation, sich verändernde Richtlinien im Gastland und die Angst vor einer möglichen Abschiebung.

Aktuelles

Migration in der jüngsten Vergangenheit

In ihrem World Migration Report 2019 gab die Internationale Organisation für Migration (IOM) bekannt, dass es 2019 Schätzungen zufolge 272 Millionen Migrant*innen weltweit gab. Damals prognostizierte die IOM einen weiteren Anstieg der Migrationszahlen. Doch die sich im Jahr 2020 rasch auf der ganzen Welt ausbreitende Covid-19 Pandemie hat zu einer deutlichen Veränderung der globalen Migrationszahlen geführt. So gab es anfangs noch die Hoffnung, dass die Pandemie ein Problem des Jahres 2020 bleiben würde, jedoch haben Virusvarianten, Infektionswellen und Rückschläge bei der Implementierung von Impfprogrammen dazu geführt, dass die Pandemie sich bis auf das Jahr 2022 ausstreckt.

Zahlen zeigen einen massiven Niedergang der globalen Mobilität, was vor allem auf die strengen Reise-Restriktionen zurückzuführen ist, die im Zusammenhang mit der Pandemie verhängt wurden. Zeitgleich haben erschütternde Ereignisse, wie Kriege oder Klimakatastrophen auch in den Pandemiejahren weiterhin Menschen aus ihren Herkunftsländern gedrängt. Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen waren weiterhin einer der größten Faktoren für eine Flucht, beispielsweise aus Syrien, dem Jemen, der Zentralafrikanischen Republik, der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan. Ebenfalls kam es aufgrund massiver wirtschaftlicher und politischer Instabilität zu großen Fluchtbewegungen, beispielsweise in Venezuela und Afghanistan. Des Weiteren kam es durch klima- und wetterbedingte Katastrophen in China, den Philippinen, Bangladesh, Indien, den USA und Haiti zu großen Migrationsbewegungen. 

Die Rolle der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen haben sich schon mehrfach mit der Flüchtlingsproblematik beschäftigt. Historisch besonders relevant für die Flüchtlingsarbeit der Vereinten Nationen ist die Genfer Flüchtlingskonvention, die 1951 verabschiedet wurde und 1954 in Kraft getreten ist. In Genf ansässig ist seitdem die UN Refugee Agency, die dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) untersteht. Sie ist für den Schutz von Geflüchteten und Staatenlosen zuständig und leistet humanitäre Hilfe.  

Seit dem Jahr 2016 ist die Internationale Organisation für Migration (IOM) ebenfalls eine verwandte Organisation der Vereinten Nationen, die sich für Geflüchtete und Migrant*innen einsetzt. Die IOM war zudem federführender Akteur im Globalen Migrationspakt. Diesen „Globalen Pakt für sichere, geordnete und reguläre Migration“ (Global Compact for Safe, Orderly and Regular Migration, kurz GCM) haben im Jahr 2018 164 Staaten angenommen. Ziel dieses Paktes ist es, die migrationsbezogene Zusammenarbeit zu stärken, Migration zu erleichtern, die Rechte von Migrant*innen zu schützen und irreguläre Migration zu verhindern.

Probleme und Lösungsansätze

 

Traumatisierte Menschen brauchen nach einer aufreibenden Flucht- oder Migrationserfahrung vor allem innere und äußere Sicherheit. Ob ihnen dieses Gefühl vermittelt wird, entscheidet maßgeblich darüber, ob eine Person, die Traumatisches erlebt hat, eine psychische Störung entwickelt oder nicht. Komplizierte Asylverfahren, durch die Menschen eingeschüchtert und verunsichert werden, führen bei vielen Menschen zu einem Gefühl von Kontrollverlust und des Ausgeliefertseins. Durch lange und komplizierte Asylverfahren kann es zudem zu einer Retraumatisierung kommen. Werden Geflüchtete beispielsweise dazu aufgefordert, das Erlebte noch einmal genau zu schildern, so lebt die frühere Ohnmachts- und Gewalterfahrung wieder in ihnen auf und es kann zu einer Vertiefung der bisherigen traumatischen Erfahrung kommen. In der Folge kann es zu einer akuten Verschlimmerung oder Chronifizierung des Krankheitsbildes einer traumatisierten Person kommen, Heilungschancen werden vermindert. 

Neben dem allgemein bestehenden Mangel an psychiatrisch-psychotherapeutischer Versorgung gibt es nicht genügend ausgebildete Psychotherapeut*innen, die für die Behandlung von Traumafolgestörungen qualifiziert sind. Es mangelt auch an Finanzierung für qualifizierte Dolmetscher, die für die Therapie oft unabdingbar sind

Unsicherheit in allen Lebensbereichen ist ein großer Stressfaktor: Es ist schwer, sich zu stabilisieren, wenn einem das Leben wie eine Warteschleife vorkommt. Allein die Tatsache, in einer neuen Gesellschaft mit neuer Sprache auszukommen, ist für jeden Menschen eine große Herausforderung. Damit dies funktionieren kann, muss man leistungsfähig und psychisch stabil sein. Besonders für Geflüchtete, denen kontinuierlich das Gefühl vermittelt wird, in ihrem Zielland unerwünscht zu sein, ist dies nicht möglich. Schlimmstenfalls werden Gefühle wieder aufgewühlt, die diese Menschen aus vorherigen traumatischen Situationen in ihrem Herkunftsland kennen, was ebenfalls zu einer Retraumatisierung führt.

Die Diplom-Psychologin Jenny Baron sagt dazu: „Lebensbedingungen, Aufenthaltsstatus und Art der Unterbringung haben einen deutlichen Einfluss auf die Gesundheit von Geflüchteten. Je länger Menschen in ihrer Autonomie beschnitten werden, desto wahrscheinlicher ist das Auftreten von psychischen Störungen. Probleme bei der Arbeitssuche, die damit verbundene finanzielle Unsicherheit, Diskriminierungserfahrungen oder Probleme bei der Familienzusammenführung sind zusätzliche Risikofaktoren. Je mehr diese Faktoren zusammenwirken, desto höher ist das Risiko, [an einer psychischen Störung] zu erkranken.“

Als besonders vulnerable Gruppe gelten Kinder mit Fluchterfahrung. Jedes Kind braucht für die eigene gesunde Entwicklung ein Gefühl der Sicherheit und der Geborgenheit, ein gutes ‚Urvertrauen‘. Solange das Gehirn und die Persönlichkeit noch nicht vollständig entwickelt sind, wirken sich Umbrüche im Leben und traumatische Erfahrungen besonders nachhaltig aus.  Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass eine Fluchterfahrung diese Entwicklung entschieden hemmt. Faktoren, die die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von geflüchteten Kindern verschlechtern sind: sozioökonomische Mängel, Diskriminierung, Rassismus, geringer Familienzussammenhalt und häufige Schulwechsel. Kinder, die von ihren Eltern getrennt wurden haben ein zudem ein hohes Risiko, Depressionen, Angststörungen, Suizidgedanken, Verhaltensstörungen und Drogenabhängigkeiten zu entwickeln. 

Der Einfluss dieser vielen Stressoren auf Menschen mit Fluchterfahrung kann aber auch abgefangen werden. Beispielsweise durch den Zugang zu einer Beschäftigung, zu Dienstleistungen und Waren des täglichen Bedarfs, durch soziale Unterstützung und Befähigungsnachweisen in der Sprache des Gastlandes, außerdem durch Familienzusammenführung. Bei den umgesiedelten geflüchteten Kindern schließen die Schutzfaktoren einen besseren sozioökonomischen Status, den Zugang zu Bildung, ein Gefühl der Sicherheit, Kontakt mit der Familie, Leben und Sozialisation an der Seite von anderen Menschen mit derselben ethnischen Herkunft, eine stabile und beständige Familienstruktur und gute mentale Gesundheit der Eltern ein. 

Die Leopoldina stellt in ihrer Stellungnahme Traumatisierte Flüchtlinge. Schnelle Hilfe ist jetzt nötig (2018) eine ganze Reihe von Maßnahmen im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten vor. Dazu gehören:

  • rechtzeitige psychosoziale und wenn nötig klinische Hilfe
  • der Einsatz von Screening-Instrumenten kurz nach Ankunft in einer Geflüchteten Unterkunft, um rechtzeitig festzustellen, ob eine traumatische Erfahrung und eine psychische Belastungsstörung vorliegt
  • Der Einsatz von Peer-Berater*innen bei der Begleitung traumatisierter Geflüchteter. Diese sollten als „Gesundheitslotsen“ begleiten, vermitteln, dolmetschen, anleiten und beraten. Voraussetzung ist allerdings eine gezielte Ausbildung von Menschen, die aus dem gleichen Kulturkreis wie eine geflüchtete Gruppe kommen, zur*m Peer-Berater*in.  
  • Weiterbildungsmöglichkeiten für psychotherapeutisch tätiges Personal zur Diagnose und Therapie von Trauma-Folgestörung. 
  • Weiterbildungsmöglichkeiten auch für nicht primär psychotherapeutische Berufsgruppen die mit Geflüchteten arbeiten, um ihnen Informationen und konkrete Hilfestellungen im Umgang mit traumatisierten Geflüchteten zu vermitteln. 

Diskussionspunkte

Folgende Probleme, Punkte im Zusammenhang mit traumatisierten Geflüchteten sollten durch das Gremium diskutiert werden:

  • Wie können legale Wege zur Migration geschaffen werden, um zu verhindern, dass es während der Flucht überhaupt zu traumatischen Erfahrungen kommt. 
  • Wie kann der Zugang zu psychotherapeutischer Hilfe für Menschen mit Fluchterfahrungen gewährleistet und erleichtert werden?
  • Wie kann gewährleistet werden, dass es im Zuge eines Asylverfahrens nicht zu einer Retraumatisierung von Migrant*innen kommt?
  • Wie kann die Unterstützung bei der Ansiedlung von Migrant*innen im Zielland verbessert werden?

Hinweise zur Recherche und weiterführende Links

Diese Stellungnahme der Leopoldina aus dem Jahr 2018 gibt einen umfassenden Einblick in die Problematik und kann als Weiterführung zu diesem Einführungstext gelesen werden. Nationale Akademie der Wissenschaften: Traumatisierte Flüchtlinge. Schnelle Hilfe ist jetzt nötig (2018). Online unter: https://www.leopoldina.org/uploads/tx_leopublication/2018_Stellungnahme_traumatisierte_Fluechtlinge.pdf

Über Aktuelle Zahlen, Fakten, Herausforderungen und Probleme für Flüchtenden und Geflüchtete Weltweit informiert der jährlich erscheinende World Migration Report der Internationalen Organisation für Migration. Der World Migration Reoport aus dem Jahr 2022 ist über folgenden Link (leider nur auf Englisch) abrufbar: https://worldmigrationreport.iom.int/wmr-2022-interactive/

Dieses Buch sensibilisiert für den Umgang mit traumatisierten Geflüchteten. Zur Vertiefung der Thematik bietet es sich an, das Kapitel „Gründe der Flucht, Fluchtwege und Fluchterlebnisse“ (S. 10-11), „Herausforderungen der täglichen Flüchtlingsarbeit“ (S. 11-23) zu lesen. Das dritte Kapitel des Buches gibt eine umfangreiche Einführung in die Thematik Trauma und Traumafolgestörung. 

Ulrike Imm-Bazlen und Anne-Kathrin Schmieg: Begleitung von Flüchtlingen mit traumatischen Erfahrungen (2017). Online unter: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2F978-3-662-49561-2.pdf

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Jahr 2019 einen Aktionsplan mit Maßnahmen veröffentlicht, durch welche die mentale und psychische Gesundheit von Migrant*innen geschützt werden soll: Promoting the health of refugees and migrants. Draft global action plan 2019-2023. Online unter: https://www.who.int/publications/i/item/promoting-the-health-of-refugees-and-migrants-draft-global-action-plan-2019-2023
Außerdem interessant ist der Comprehensive Mental Health Action Plan (2013-2030) der WHO. Abrufbar unter: https://www.who.int/publications/i/item/9789240031029

Wichtige Dokumente

Bedeutende Abkommen in Bezug auf den Schutz von Geflüchteten sind:

  • Das umgangssprachlich als „Genfer Flüchtlingskonvention“ bezeichnete „Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge“ aus dem Jahr 1951 ist bis heute das wichtigste internationale Abkommen in Bezug auf den Schutz von Flüchtlingen. Mit dem Protokoll 1967 wurde die Konvention angepasst und geographisch erweitert. Weitere Informationen zur Genfer Flüchtlingskonvention finden Sie auf der Seite des UNHCR: https://www.unhcr.org/dach/de/ueber-uns/unser-mandat/die-genfer-fluechtlingskonvention
  • die UN-Kinderrechtskonvention ist ein völkerrechtliches Abkommen aus dem Jahr 1989, in dem sich derzeit 193 beteiligte Staaten dazu verpflichten, das Kindeswohl zu schützen. Dies schließt den Flüchtlingsschutz, humanitäre Hilfe und Hilfe bei der Suche nach Eltern und der Familienzusammenführung mit ein. Weitere Informationen zur UN-Kinderrechtskonvention finden Sie auf der Seite von UNICEF: https://www.unicef.de/informieren/ueber-uns/fuer-kinderrechte/un-kinderrechtskonvention

Begriffslexikon

UNHCR: Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ist ein persönliches Amt und steht dem Hochkommissariat (auch UN Refugee Agency) vor. Dieses ist ein Nebenorgan der UN und der Generalversammlung rechenschaftspflichtig.

Quellenangaben

Proasyl: Traumatisierte Geflüchtete im Asylverfahren. Interview mit der Psychologien Jenny Baron. Online unter: https://www.proasyl.de/hintergrund/traumatisierte-gefluechtete-im-asylverfahren-interview-mit-einer-psychologin/

Tagesspiegel Berlin: Traumatisierte Flüchtlinge. „Ich dachte, ich schaffe es hier nicht“ (2020). Online unter: https://www.tagesspiegel.de/berlin/traumatisierte-fluechtlinge-ich-dachte-ich-schaffe-es-hier-nicht/25933576.html

Uni Münster: Trauma und Traumafolgen. Online unter: https://www.uni-muenster.de/Traumaambulanz/trauma_traumafolgen/index.html#:~:text=Eine%20der%20h%C3%A4ufigsten%20psychischen%20St%C3%B6rungen,Angstst%C3%B6rungen%2C%20Essst%C3%B6rungen%20und%20somatoforme%20St%C3%B6rungen.

 

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