forum Nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung nach Covid-19

Einführung in das Thema

Nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung nach COVID-19

Kurzzusammenfassung

Die Covid-19-Pandemie hat der globalen Wirtschaft geschadet und tut es auch weiterhin, aber wie auch beim Klimawandel sind es besonders Entwicklungsländer, die am meisten unter den Folgen leiden. Dies wird in den Ländern noch verschärft, in denen bewaffnete Konflikte stattfinden, da das ohnehin fragile Staatssystem kaum auf zusätzliche Belastungen reagieren kann und die notwendige Infrastruktur zum Umgang mit der Pandemie- und Post-Pandemie-Situation nicht besteht.

Die Vereinten Nationen (United Nations, UN) weisen darauf hin, dass besonders SDG 10 der 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs), welches auf weniger Ungleichheiten abzielt, als Rahmen dienen kann, um soziale, ökonomische und politische Inklusion nach der Pandemie zu fördern. Maßnahmen, die die UN (United Nations, Vereinte Nationen) zum Erreichen des Ziels aufzeigen, sind beispielsweise ein Bewusstsein innerhalb der Vereinten Nationen und ihren Mitgliedstaaten für die Relevanz der Erreichung von SDG 10 zu schaffen, zu weiteren Handlungen zu motivieren und zu definieren, wie die UN und andere multilaterale Systeme globale sowie nationale Rahmenbedingungen für soziale Entwicklung wiederherstellen können. Des Weiteren wird auch auf die Sammlung der Erfahrungen der Mitgliedstaaten mit der Angleichung sozialer Verhältnisse verwiesen, ebenso wie auf die Mobilisierung in Richtung eines neuen globalen Konsenses hinsichtlich der sozialen Entwicklung.

Es liegt an den Vereinten Nationen, Lösungen und Ansätze zu finden, um den genannten Problemen zu begegnen und damit eine der wichtigsten Grundfesten des Zusammenlebens in der Weltgemeinschaft zu stabilisieren und den Werten, die in der Charta der Vereinten Nationen festgehalten sind, gerecht zu werden.

Einleitung

Die COVID-19 Pandemie und die Klimakrise sind die signifikantesten Probleme, die die Menschheit aktuell zu bewältigen hat. Die UN betonen, dass diese Krisen nur mit den vereinten Kräften sämtlicher Mitgliedstaaten bewältigt werden können.

Das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung hat im Juli 2019 die Fortschritte bei der Umsetzung der SDGs überprüft und diverse Bereiche identifiziert, die gesteigerter Aufmerksamkeit bedürfen. Diese Zustände waren bereits vor der Pandemie global uneinheitlich, doch durch COVID-19 wurde die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele vielerorts abgebrochen.

Die pandemische Krise hat seit ihrem Ausbruch sämtliche Bereiche der Gesellschaft erfasst und Volkswirtschaften auf der ganzen Welt erschüttert. Dabei leiden die ärmsten und verletzlichsten Bevölkerungsgruppen und Staaten am meisten. Die Pandemie hat die bereits vor ihr gegenwärtigen Ungleichheiten zwischen verschiedenen Ländergruppen offengelegt und verschärft die Spaltung zwischen ihnen weiter.

Hintergrund und Grundsätzliches

Die Ungleichheit zwischen einzelnen Staaten und Regionen nimmt durch die Corona-Pandemie weiter zu. Zudem wird sich diese Ungleichheit auch nach der Krise fortsetzen, denn der Erfolg der post-pandemischen Erholung hängt von den Startbedingungen eines Landes ab. Wer die finanziellen Möglichkeiten hat, seine Wirtschaft über die Krise hinweg zu retten, wird – wenn wieder normal Handel betrieben, produziert und konsumiert werden kann – einen klaren Startvorteil haben, sobald der globale Wettbewerb wieder an Fahrt aufnimmt.

Die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung und die SDGs sind auch jetzt, da die Welt sich sehr allmählich dem Ende der COVID-19-Pandemie nähert, der wichtigste Rahmen für globale Entwicklung. Als eines der wichtigsten SDGs zur Bekämpfung der Folgen der Pandemie wird vermehrt das SDG 10 genannt, welches Ungleichheit global minimieren sol.

Bereits zwei Jahre nach der Ausrufung der Decade of Action zur Erfüllung der SDGs, verlangen viele eine Neubetrachtung der Methoden und Ziele dieser im Licht der Pandemie neu gewonnenen Erkenntnisse. Der Club de Madrid fordert einen globalen Konsens auf höchster politischer Ebene. Dieser könne durch einen Second World Summit for Social Development bestmöglich organisiert und erreicht werden. Ein solcher Kongress für soziale Entwicklung könnte eine globale Erfassung der Situation und ein Fundament für Verpflichtungen über 2030 hinaus ermöglichen.

Im April 2020 haben die UN einen Rahmen für die sofortige sozioökonomische Reaktion auf COVID-19 als Fahrplan veröffentlicht, um Länder bei ihrer sozialen und wirtschaftlichen Erholung zu unterstützen. Er fordert eine enorme Aufstockung der internationalen Unterstützung um sicherzustellen, dass Menschen überall Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und sozialem Schutz haben. Der sozioökonomische Reaktionsrahmen umfasst Folgendes:

  • Gewährleistung der Verfügbarkeit grundlegender Gesundheitsdienste und Schutz der Gesundheitssysteme, 
  • Hilfe bei der Bewältigung von Widrigkeiten durch Sozialschutz und Grundversorgung, 
  • Schutz von Arbeitsplätzen, Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen und Arbeitnehmer des informellen Sektors durch wirtschaftliche Reaktions- und Konjunkturprogramme, 
  • Sicherstellen, dass nationale Konjunkturpakete für die Schwächsten funktionieren, 
  • Stärkung multilateraler und regionaler Antworten und 
  • Förderung des sozialen Zusammenhalts und Investitionen in Widerstands- und Reaktionssysteme der Gemeinschaft. 

Diese UN-Empfehlungen fördern auch die ökologische Nachhaltigkeit und die Gleichstellung der Geschlechter, um diese nach der Pandemie besser aufzubauen. Der UN-Generalsekretär hat betont, dass die Erholung von der COVID-19-Krise zu einer anderen Art von Wirtschaftssystem führen muss. Er sagte, die Finanz- und Geldpolitik der Zukunft müsse zusammen mit multilateralen Antworten koordiniert und umfassend sein, um die direkte Bereitstellung von Ressourcen auf der ganzen Welt zu unterstützen. 

Aktuelles

Die Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung trat am 01.01.2016 mit einer Laufzeit von 15 Jahren (bis 2030) in Kraft. Im Juli 2016 veröffentlichte die Bertelsmann-Stiftung eine Vergleichsstudie. Diese Studie sollte aufzeigen, ob „die reichen Staaten ihren Teil der globalen Abmachung zu nachhaltiger Entwicklung einhalten“. Unter den OECD-Staaten wurden große Unterschiede beim Erreichen der Vorgaben ausgemacht. Die Studienautoren stellten fest, dass nicht alle Länder den Zielen gewachsen sind und kein Land bei allen Zielen sehr gut abschneide.

Doch immer mehr Länder und Gemeinschaften erkennen eine Notwendigkeit, die Bemühungen zum Erreichen der Ziele für nachhaltige Entwicklung zu verstärken, auch angesichts der Verluste, die die COVID-19 Pandemie für die Menschen auf der ganzen Welt gefordert haben. Das ist das Fazit des Berichts über die Ziele für nachhaltige Entwicklung 2021, der im Juli 2021 von den Vereinten Nationen veröffentlicht wurde. Die Entscheidungen, die in den nächsten 18 Monaten getroffen werden, werden laut des Berichtes darüber entscheiden, ob die Pandemiepläne die Welt auf einen Kurs bringen, um die global vereinbarten Ziele zu erreichen, die darauf abzielen, das Wirtschaftswachstum und das soziale Wohlergehen zu steigern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen.

Laut des Berichts, der die globalen Bemühungen zum Erreichen der SDGs misst, hat COVID-19 das Leben und die Lebensgrundlagen der Menschen in hohem Maße beeinträchtigt. Während die Fortschritte für das Erreichen der SDGs schon vor der Pandemie langsam waren, wurden im Jahr 2020 zusätzlich 119 – 124 Millionen Menschen in die Armut zurückgedrängt. 255 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen gingen verloren. Die Zahl der Menschen, die bereits vor der Pandemie an Hunger litten, könnte sich um 83 – 132 Millionen erhöht haben. Die Pandemie hat Ungleichheiten innerhalb und zwischen den Staaten aufgedeckt und verschärft. Bis 17. Juni 2021 lag die Impfquote (Erstimpfungen) in Europa und Nordamerika bei rund 68%, in Afrika südlich der Sahara dagegen bei weniger als 2%. Die ökonomische Abschwächung zu Beginn der Pandemie im Jahr 2020 hat die Klimakrise kaum gebremst. Die Konzentration der Treibhausgase stieg weiter an, während die globale Durchschnittstemperatur etwa 1,2 °C über dem vorindustriellen Niveau lag, nahe an der im Pariser Abkommen beschlossenen Grenze von 1,5 °C.

Um die SDGs auf den Weg zu bringen, müssen dem Bericht zufolge Regierungen, Städte, Unternehmen und Industriebereiche jetzt den Aufschwung nutzen, um kohlenstoffarme, widerstandsfähige und inklusive Entwicklungen in der Zukunft zu fördern, die Emissionen reduzieren, Arbeitsplätze schaffen, die Gleichstellung der Geschlechter unterstützen und die pandemieverstärkten Ungleichheiten bekämpfen. Lektionen, die aus der Pandemie gelernt werden, könnten helfen, aktuelle und zukünftige Herausforderungen zu meistern.

Probleme und Lösungsansätze

Angesichts eines geschätzten Bedarfs von 90 Billionen US-Dollar besteht ein zunehmender globaler Konsens darüber, dass die Mittel zur Erreichung der SDG-Ziele erheblich aufgestockt werden müssen, um zusammen mit anderen institutionellen und sozialen Reformen nachhaltige Praktiken zu verankern. 

Traditionelle Quellen staatlicher Finanzierung wie inländische Steuern, private Ersparnisse und ausländische Zuflüsse werden auf kurze Sicht weiterhin beträchtlich sein. Mit Blick auf die weitere Zukunft kann die zu erwartende enorme Finanzierungslücke jedoch nur durch den Zugang zu neueren Finanzierungsquellen, insbesondere über private, institutionelle und kommerzielle Institutionen (PIC), überbrückt werden. Die zentrale Herausforderung besteht darin, ein günstiges Geschäftsumfeld zu schaffen, in dem privates Kapital (Ersparnisse, ausländische Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen, Überweisungen usw.) kontinuierlich fließen kann. Ein richtig koordinierter Ansatz, der traditionelle mit neuartigen Mitteln kombiniert, könnte die Erreichung der SDGs beschleunigen. Die Intensivierung von Projekten mit PIC-Förderung könnte die Ergänzung zur traditionellen Finanzierung bieten und würde zu einer Vertiefung der jeweiligen Finanzmärkte führen.

Seit 2015 hat das Wachstum von Umwelt-, Sozial- und Governance-Anleihen (ESG), nachhaltigen und sozialen Anleihen die Vielfalt thematischer Anleihen noch weiter vorangetrieben. Die COVID-19-Pandemie, das Auftreten von Zoonose-Krankheiten, die die Kluft zwischen Tier und Mensch überwinden, und ihre Auswirkungen auf breitere sozioökonomische Faktoren haben die Notwendigkeit einer erneuten Konzentration auf die biologische Vielfalt, das Naturkapital und ihre Wechselwirkungen mit der menschlichen Entwicklung deutlicher gemacht.

Untersuchungen der Climate Bonds Initiative (CBI) zeigen, dass sich grüne, soziale und nachhaltige Anleihen im Jahr 2020 mit Emissionen im Wert von 700 Milliarden US-Dollar fast verdoppelt haben. Im Jahr 2020 blieben grüne Anleihen das dominierende Thema. Die Sozial- und Nachhaltigkeitsfinanzierung erreichte Anfang 2020 aufgrund der Pandemie ihren Höhepunkt, wobei die Sozialfinanzierung auf das 10-fache des Niveaus von 2019 und die Nachhaltigkeitsfinanzierung auf das 2,3-fache des Vorjahresvolumens gestiegen ist.

Ein weiterer Problempunkt ist die internationale Kooperation, die unter Nationalisierungstendenzen, vor allem zu Anfang der Coronapandemie, litt. Wichtig ist es daher, trans- und internationale Bündnisse zu stärken. Ein positives Beispiel, dem gefolgt werden könnte, ist die Afrikanische Union.

Die Afrikanische Union hat in Subsahara-Afrika eine sehr positive und aktive Rolle eingenommen, indem sie zwischen Ländern koordiniert, Standards gesetzt sowie technische Unterstützung und Ressourcen mobilisiert hat. Potenziell könnte sie dies auch in Nordafrika tun. Die meisten nordafrikanischen Länder schauen allerdings in Richtung Europa, wenn es um Standards und politischen Anschluss geht. Das ist vor allem für Staaten wie Marokko und Tunesien immer wichtig gewesen. Die internationale Gemeinschaft könnte danach streben, ähnliche Verbände aktiv zu unterstützen.

Wie wichtig es für die Staatengemeinschaft ist, globale Ungleichheiten anzugleichen, zeigt das aktuelle Beispiel der COVID-19-Impfungen. Viele Menschen möchten sich nicht impfen lassen, obwohl genug Impfstoff zur Verfügung steht, der sie und ihre Mitmenschen vor einer schweren Erkrankung schützen könnte. Da Impfstoffe gegen COVID-19 im gesamten Westpazifik verteilt werden, ist es von entscheidender Bedeutung, die Hindernisse und Voraussetzungen für die Akzeptanz von Impfstoffen in Ländern der gesamten Region zu untersuchen. Ein wissenschaftliche Untersuchung in Neuseeland präsentierte eine Analyse von einstellungsbezogenen und soziodemografischen Prädiktoren für Impfabsichten gegen COVID-19 in Neuseeland.

Unter den Befragten gaben 71 % an, dass sie den Impfstoff wahrscheinlich akzeptieren würden; 15 % waren sich nicht sicher, 5 % eher unwahrscheinlich und 10 % sehr unwahrscheinlich. Die Akzeptanz des Impfstoffs war im Allgemeinen durch eine Kombination mehrerer Gründe motiviert. Die wichtigsten Gründe waren die Vermeidung einer COVID-19-Erkrankung, der Schutz anderer vor einer Infektion, die Rückkehr zur „Normalität“ und die Förderung der Herdenimmunität. Ältere Befragte waren eher motiviert, sich vor einer Ansteckung mit COVID-19 zu schützen als jüngere Befragte. Jüngere Befragte und Personen mit niedrigerem Bildungsstand zeigten eine geringere Impfbereitschaft, während Frauen und einkommensschwache Haushalte eher unsicher waren. Nicht-Akzeptanten (d. h. unsicher oder unwahrscheinlich, dass sie sich impfen lassen) neigten dazu, Bedenken hinsichtlich unbekannter zukünftiger unerwünschter Wirkungen und Nebenwirkungen des Impfstoffs zu haben. Frauen waren besorgter über die Auswirkungen von Impfstoffen auf ihre Gesundheit, während Männer Impfstoffen eher misstrauten oder der Meinung waren, dass die Bedrohung durch COVID-19 übertrieben wurde. Jüngere Befragte hatten im Vergleich zu älteren Befragten eher Bedenken hinsichtlich unbekannter zukünftiger Impfwirkungen. Die Analysen zeigten zudem, dass die ethnische Zugehörigkeit nicht mit der Impfstoffakzeptanz verbunden war, wenn sozioökonomische Maße in das Modell aufgenommen wurden. Dies unterstreicht die Bedeutung struktureller Faktoren für die Akzeptanz von Impfstoffen während der COVID-19-Pandemie. Deswegen können Interventionen zur Bewältigung sozialer Ungleichheiten, um die Akzeptanz von COVID-Impfstoffen in Neuseeland zu erhöhen, befürwortet werden. Die Zurückhaltung bei der Impfung gegen COVID-19 ist mit geringerer Gesundheitskompetenz und geringerer Bildung sowie einer Reihe kultureller und politischer Faktoren wie dem Grad des Vertrauens in die Regierung verbunden. Es ist wichtig, finanzielle und praktische Hindernisse für eine Impfung gegen COVID-19 abzubauen, wie z. B. die Unfähigkeit, sich von der Arbeit freizunehmen. Da die COVID-19-Pandemie die sozialen Ungleichheiten weiter verstärkt, unterstreicht die Studie die Bedeutung der Auseinandersetzung mit den sozialen Aspekten der Gesundheit für die nachhaltige Nachbereitung einer Pandemie.

Punkte zur Diskussion

  • Die Erreichung der SDGs wird große finanzielle Mittel erfordern. Die UN schätzen, dass es zwischen fünf bis sieben Billionen US-Dollar kosten wird, die Anforderungen der Ziele zu erfüllen. Wie sollen diese Kosten getragen werden?
  • Um die SDGs zu erreichen, müssen sie fest in die Infrastrukturvorhaben der Staaten integriert sein. Wenn keine Kapazitäten und kein politischer Wille vorhanden sind, mangelt es an nationalen SDG-Projekten. Wie kann dafür Sorge getragen werden, dass dies nicht geschieht?
  • Welche Maßnahmen kann die UN ergreifen, um besonders in Entwicklungsländern den Wiederaufbau der Infrastruktur zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen?
  • Die weltweite Quote der extremen Armut ist zum ersten Mal seit 1998 gestiegen, von 8,4 % im Jahr 2019 auf 9,5 % im Jahr 2020. Welche Ansätze gibt es, um dem entgegenzuwirken?
  • Die Auswirkungen der Pandemie auf die Schulbildung werden als „Generationenkatastrophe“ bezeichnet. Weitere 101 Millionen Kinder und Jugendliche fielen unter das Mindestniveau der Lesefähigkeit und machten damit die in den letzten zwei Jahrzehnten erzielten Erfolge rückgängig. Hochwertige Bildung haben die UN mit SDG 4 als ein erstrebenswertes und wichtiges Ziel markiert. Welche Maßnahmen können zur (Wieder-)Herstellung von qualitativer Bildung ergriffen werden?
  • Die Welt verfehlte die für 2020 gesetzten Ziele, den Verlust der ökologischen Vielfalt zu stoppen und zwischen 2015 und 2020 gingen jedes Jahr zehn Millionen Hektar Wald verloren. Wie kann die Weltgemeinschaft den biologischen Verpflichtungen der SDGs nach der Pandemie gerecht werden?

Hinweise zur Recherche

Einen geeigneten Einstieg in die Auseinandersetzung mit der Thematik bieten die im Quellenverzeichnis aufgeführten Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung „Verstärkt die Pandemie Bildungsungerechtigkeiten?“ und „Welche Folgen hat die Pandemie für die Länder des globalen Südens?“.

Es wird empfohlen, nachdem sich mit den Sustainable Development Goals vertraut gemacht wurde, den “Sustainable Development Goals Report 2021” zur Kenntnis zu nehmen, da dort aktuelle Befunde und Handlungsmöglichkeiten aufgeführt sind, auf denen aufgebaut werden kann.

Konkrete Maßnahmen und Erläuterungen zum nachhaltigen, finanziellen Wiederaufbau sind außerdem in der Veröffentlichung „Accelerating Sustainable Development After Covid-19“ der ACGF aufgeführt. Dabei geht es spezifisch auch um die im Text beschriebenen Anleihen, die im Zusammenhang mit den SDGs stehen. Detaillierte Informationen dazu sind in der Veröffentlichung der ACGF ab S. 18 aufgeführt. 

Eine weitere für das Thema einschlägige Studie wurde vom IASS zum Thema „Sustainable Solutions for the Global South in a Post-Pandemic World“ erstellt. In Abschnitt 3: „Climate Change and Economy“ befasst sich die Studie mit Lösungen, um die Wirtschaft auf nachhaltige Weise zu stärken.

Lexikon

Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung: politische Ziele der Vereinten Nationen), die weltweit einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. 

multilateral: mehrere Seiten, mehr als zwei Vertragspartner betreffend; mehrseitig. 

Charta der Vereinten Nationen: Gründungsvertrag der Vereinten Nationen, der ihre universellen Ziele und Grundsätze enthält. 

Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO): Zu den Aufgabengebieten der UNESCO gehören die Förderung von Erziehung, Wissenschaft und Kultur sowie Kommunikation und Information. 

Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung: am 5. September 2015 von 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York verabschiedete Agenda, die den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik bis 2030 bildet. 

Decade of Action: Bekräftigung und verstärkte Umsetzung der SDGs von 2020 bis 2030. 

Club de Madrid: eine Versammlung von über 100 ehemaligen demokratischen Präsident*innen und Premierminister*innen aus über 70 Ländern. 

World Summit for Social Development: Eine Konferenz, die im März 1995 in Kopenhagen stattfand. Ihr Ziel war es einen Rahmen für soziale Entwicklung zus schaffen, die auf die Menschen ausgerichtet ist sowie Kooperation und Partnerschaft fördert. 

Climate Bonds Initiative (CBI): eine nicht gewinnorientierte internationale Initiative (Non-Profit-Organisation). 

Quellenangaben und weiterführende Links

Corona-Krise. Verstärkt die Pandemie Bildungsungerechtigkeiten. Bundeszentrale für politische Bildung. https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/coronavirus/313446/bildungsgerechtigkeit.

Corona-Krise. Welche Folgen hat die Pandemie für die Länder des globalen Südens. Bundeszentrale für politische Bildung. https://www.bpb.de/politik/innenpolitik/coronavirus/311256/globaler-sueden.

An Island of Internationalism, The African Union’s Fight Against Corona. Peace Research Institute Frankfurt. https://blog.prif.org/2020/04/07/an-island-of-internationalism-the-african-unions-fight-against-corona/.

Social Development Policies after the Covid-19 Pandemic. High-Level Political Forum on Sustainable Development. https://sustainabledevelopment.un.org/content/documents/28589Portugal_concept_note.pdf.

Accelerating Sustainable Development After Covid-19, The Role of SDG Bonds. Asian Catalytic Green Finance Facility. https://www.adb.org/sites/default/files/publication/712591/sustainable-development-after-covid-19-sdg-bonds.pdf.

Bericht über die Ziele für nachhaltige Entwicklung 2021. UNRIC. https://unric.org/de/06072021sdgs/.

The Sustainable Development Goals Report 2021. United Nations Statistics Division. https://unstats.un.org/sdgs/report/2021/.

Sustainable Solutions for the Global South in a Post-Pandemic World. Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS). https://publications.iass-potsdam.de/rest/items/item_6000906_1/component/file_6000907/content.

The importance of addressing social inequalities and targeting the undecided to promote vaccination against COVID-19. https://www.thelancet.com/action/showPdf?pii=S2666-6065%2821%2900159-0

COVID-19 and inequality: are we all in this together? https://link.springer.com/content/pdf/10.17269/s41997-020-00351-0.pdf.  

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